Die Atmosphäre fühlt sich ungeheuer aufgeladen an im Moment. Die Stürme der letzten Wochen kehren das Unterste zuoberst und bringen altes zur Überprüfung. Die Zeitqualität im Jahreslauf passt dazu mit dem Neuen, das sich in uns bereit macht und wahrgenommen werden möchte.

Ich möchte einen Traum teilen, den ich zu Lichtmess hatte:

Ich bin mit einer Freundin in einer fremden Stadt, die wir uns anschauen wollen. Plötzlich trifft die Freundin Bekannte, mit denen sie zügig davon geht. Ich verliere den Anschluss und bin allein. Wo wir unser Auto abgestellt haben fällt mir nicht mehr ein und ich fühle mich erst einmal verloren.

Ich sitze auf einer Parkbank und habe meine Tasche neben mich gestellt, als ich plötzlich merke, dass ein Mann schräg hinter mir es auf meine Tasche abgesehen hat. Ich stelle fest, dass meine Brieftasche noch da ist und bin beruhigt. Als ich aber in die Brieftasche schaue, sehe ich, dass mein Geld noch da ist, aber mein Ausweis fehlt. Für einen Moment bin ich völlig ratlos und fühle mich unter den Menschen auf dem Platz meiner Identität beraubt. Irgendwie unsichtbar stehe ich dort, und beobachte die vielen Menschen um mich herum, wie sie eilen und geschäftig sind und mich nicht wahrnehmen.

Mit einem Mal merke ich, dass ich meinen alten Kater, der sehr scheu und schreckhaft ist, in einer Tasche dabeihabe und er inmitten des Trubels um uns herum friedlich darin schläft. Ich nehme ihn in meine Arme und bette seinen Kopf auf meine Schulter, damit er bequem liegt.

Am Morgen auf dem Weg zur Straßenbahn fällt mir ein geparkter Lieferwagen auf mit der Aufschrift „Neue Wege“.

Mein Gefühl für diesen Traum: Die alten Wege mit ihren Fortbewegungsmitteln sind uns versperrt, die alten Identitäten verschwunden. Das ist nicht immer leicht auszuhalten, so im täglichen Leben, aber mein Kater zeigt mir mit seinem Verhalten dass unsere Mitwesen uns mit absolutem Vertrauen begleiten.

Vielleicht habt Ihr noch eine Idee dazu?

Christiane

2 Gedanken zu “Lichtmess-Traum”

  • Die Traumdeutung ist super, da gibt es nichts hinzuzufügen.
    Was mir spontan eingefallen ist was Christina von Dreien, ihr drittes Buch lese ich gerade, über Katzen schreibt. Das manche Tiere in gewisser Hinsicht bewusster sind als wir. Zum Beispiel Katzen: Katzen sind in der Lage, während des Schlafens aus ihrem Körper hinauszugehen, feinstofflich umherzulaufen und zurückzukommen – und sie wissen danach noch alles bewusst.

    • Vielen Dank, das passt gut zu meinem gefühl, als mich die anderen Menschen nicht wahrgenommen haben. Irgendwie war ich in dem Moment auf einer anderen Ebene.

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