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Die Geburtsstunde der Hagia Chora

von Marko Pogačnik, Šempas, 4. Juli 2025

In den 1980er-Jahren wagte eine kleine Gruppe von Menschen, die sich für das subtile Leben der Erde begeisterte, erste Schritte in die Öffentlichkeit. Aus meiner Erinnerung kann ich berichten, dass wir – unter anderem mit dem Ökologieexperten Stefan Brönnle und dem Künstler Hans-Jörg Müller – uns 1991 im Schlosspark Türnich trafen, um über eine der ersten geomantischen Ausbildungen Europas zu sprechen. Mein Buch „Die Erde heilen – das Modell Türnich“ war gerade erschienen – ein lebendiger Beweis dafür, dass ökologische Herausforderungen durch eine subtile geomantische Herangehensweise gelindert und in neue Bahnen gelenkt werden können.

Um interessierten Menschen den Zugang zu den verschiedenen Ebenen zeitgenössischer Geomantie zu ermöglichen, haben wir 1992 gemeinsam mit Johanna Markl, Eike Hensch, Ewald Kalteiß, Marco Bischof, Mary Bauermeister und weiteren Wegbegleitenden eine dreijährige Ausbildung ins Leben gerufen. Wir nannten sie Hagia Chora, was im Altgriechischen so viel wie „Heilige Landschaft“ bedeutet.

Das Lehren in einem so umfassenden, feinstofflichen Feld – als ganzheitliche Ökologie, als spirituelle Praxis und Erfahrungswissenschaft – stellte uns alle vor neue Herausforderungen. Auch weitere Dozentinnen und Dozenten, die ihre jeweils eigenen geomantischen Sichtweisen einbrachten, bereicherten den Prozess.

1995 gründeten wir schließlich die Hagia Chora – Schule für Geomantie als gemeinnützigen Verein. Die Ausbildung basierte auf einem weitgespannten Verständnis moderner Geomantie: Sie verband Erkenntnisse aus der Tiefenökologie, Wahrnehmungspsychologie, den Feldtheorien, der ökosozialen Architektur, systemischen Stadt- und Landschaftsplanung, Salutogenese, Lebenskunst sowie Weisheitstraditionen aus aller Welt.

Wesentliche Unterstützung erhielten wir durch die Zeitschrift Hagia Chora, gegründet und gestaltet von Lara Mallien und Johannes Heimrath.

2008 versuchten wir, die Hagia Chora in eine Stiftung zu überführen – ein Schritt, der damals nicht realisiert wurde. Seither wurde das Wirken von ehemaligen Absolventinnen und Absolventen weitergetragen – darunter Silvia de Palacio, Peter Frank und Christiane Fink, die das Lehren und die Weiterentwicklung übernommen haben.

Ein Symbol für die spirituelle Ausrichtung von Hagia Chora ist das Kosmogramm, das ich zur Gründung gestaltet habe. Es stellt die Beziehung zwischen Gaia, der Schöpferin der Erde, und dem Menschen als Mitschöpfer dar: Die Erde erscheint sowohl als göttliches Wesen als auch in Spiralform als lebendiger geomantischer Organismus. Der Mensch – zugleich irdisches und geistiges Wesen – vollzieht einen Bewusstseinssprung, durch den sich Liebe zur Erde mit geomantischem Wirken verbindet. Daraus entsteht eine neue, schöpferische Gemeinschaft von Erde und Mensch.

Marko Pogačnik
Marko Pogačnik

Heute – das lebendige Feld von Hagia Chora

Aktuell sind wir ein Team von fünf Menschen aus dem deutschsprachigen Raum, die den Faden der Hagia-Chora-Geschichte mit Achtsamkeit weiterweben – mit all ihren Wandlungen, Herausforderungen und den tiefen Erfahrungen mit Landschaften, Teilnehmenden und insbesondere mit GAIA und ihrem multidimensionalen Raum im Kosmos.
Ein Engel hat sich mit der Hagia Chora verbunden – er begleitet uns durch diesen Wandlungsprozess und inspiriert unser kokreatives Wirken. Unser heutiger Sitz befindet sich in Stallwang (Niederbayern), gestaltet unter anderem mit einem Steinkreis von Marko Pogačnik.
Wir bieten weiterhin einen intensiven Schulungsweg der Geomantie an, ergänzt durch Fachseminare und Netzwerktreffen. Hagia Chora ist auch eine lebendige Gemeinschaft von Geomantie-Interessierten, die das Bewusstsein für die Ganzheit des Lebens in ihren Alltag einfließen lässt und gemeinsam pflegt – in Resonanz mit der Erde, in Beziehung mit allen Wesen.