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Autor: Anja Kraft

Mitgefühl und Vertrauen

Mein Herz ist ganz weit und voller Mitgefühl für all diejenigen denen es nicht so gut geht in der jetzigen Zeit. Die Menschen, die Angst haben, weil alles für sie so plötzlich kam, ohne Vorankündigung. Die meinen keine Kontrolle mehr zu haben und in heftigen Prozessen stecken, weil sie nur auf die äußeren Umstände schauen.
Ich weiß auch genau wie sich das anfühlt, wenn plötzlich alles weg fällt was man gedacht hat was man ist und was man gedacht hat zu lieben. Und ich weiß auch, es gibt ein Leben nach der Krise. Je mehr man seine Hausaufgaben macht, seinen eigenen Dämonen begegnet umso schöner und leichter wird es. Von Tag zu Tag heller und lichter.
Und irgendwann, in Richtung Ende des Tunnels und wenn man ganz ehrlich mit sich ist, wird einem bewusst, dass man sich sogar ganz tief drinnen gewünscht hat, dass etwas passiert. Es sollte sich etwas ändern. Weil man nicht wirklich glücklich war, weil man sich das Leben doch ganz anders erträumt hatte. Da war doch immer wieder so eine nicht verschwinden wollende Sehnsucht und Erinnerungen von Frieden, Liebe, Freiheit und Lebendigkeit. Und wo waren diese Qualitäten gewesen? Weil es immer anders kommt als man denkt passiert die Veränderung nicht so wie wir es uns wünschen. Das `wie` können wir uns eben manchmal nicht aussuchen.
In der dunkelsten Nacht meiner Seele habe ich den Ort in mir entdeckt, der von nichts und niemandem je verletzt werden kann.
So empfinde ich eine große Freude in mir seit Beginn der `Krise` und ich bin voller Vertrauen und lebendiger denn je, weil ich hoffe das noch viele andere diesen Platz in sich finden werden. Denn hier ist wahre Freiheit.

Einladung

Hier möchte ich diese Einladung mit euch teilen auf unsere Wahrhaftigkeit zu blicken und auch all den Schmerz zuzulassen, der in uns ist. Es ist die Zeit des Loslassen und ich freue mich auf daraus gewonnene Leichtigkeit (Marlene)

Die Einladung

von Oriah Mountain Dreamer (Kanandische Schriftstellerin)

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du’s riskierst, wie eine Närrin, wie ein Narr auszusehen, um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leids berührt hast, ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.

Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz – meinem oder deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern, oder ihn zu beseitigen.

Ich will wissen, ob du mit der Freude – meiner oder deiner – da sein kannst, ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von der Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,ohne zur Vorsicht zu gemahnen, zu Vernunft oder die Grenzen der Menschheit zu bedenken

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob du jemanden enttäuschen kannst, um dir selber treu zu sein. Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist und ob du dein Leben aus göttlicher Gegenwart speisen kannst.

Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern – meinem oder deinem – leben kannst und trotz allem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmondes rufst: «Ja!»

Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast. Ich will wissen, ob du aufstehen kannst und für deine Wahrheit gehst.

Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie du hergekommen bist. Ich will wissen, ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht davor zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt und vieles loslassen musst.

Ich will wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.